Alternativer Stadtrundgang und Film: Fritz Bauer – Tod auf Raten

Aus Anlass des Jahrestages der Befreiung von Auschwitz (27.1.45) und des 80. Jahrestages der Machtübertragung an Hitler (30.1.33) laden wir ein

am Mittwoch, 30. Januar 2013, zu einem antifaschistischen Stadtrundgang,

Treffpunkt 18.30 Uhr Eingang Stadtbibliothek,

und zeigen den Film „Fritz Bauer – Tod auf Raten“, 19.30 Uhr im Bruchsaler Bürgerzentrum, Seminarraum 4.

Die Filmemacherin Ilona Ziok hat sich mit ihrem Film der Biographie des vielleicht profiliertesten deutschen Staatsanwaltes dokumentarisch angenähert. Archivmaterial und Aussagen Bauers sowie seiner Freunde und Verwandten arrangiert sie zu einem eindrucksvollen biographischen Filmwerk.

Fritz Bauer, zurückgekehrter jüdischer Emigrant, war einer der wenigen prominenten Juristen Nachkriegsdeutschlands, die sich von Anfang an vehement für die Verfolgung von NS-Verbrechen einsetzten. Als hessischer Generalstaatsanwalt (1956-1968) war er der maßgebliche Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse im Jahre 1963 und spielte auch eine wichtige Rolle bei der Ergreifung Adolf Eichmanns. Im restaurativen Klima der Adenauer-Ära wurde Fritz Bauer zu einer „Provokation für den Zeitgeist“. Aufsätze und Reden mit Titeln wie „Mörder unter uns“ und „Am Ende waren die Gaskammern“ erregten nicht nur rechtsradikale Kritik, sondern auch Anstoß beim bürgerlichen Publikum. Antisemitische und politische Anfeindungen begleiteten ihn. Bis zu seinem Tod 1968 in Frankfurt blieb ihm das für höchste Beamte sonst übliche Bundesverdienstkreuz verwehrt.

Wir Emigranten hatten so unsere heiligen Irrtümer. Daß Deutschland in Trümmern liegt, hat auch sein Gutes, dachten wir. Da kommt der Schutt weg, dann bauen wir Städte der Zukunft. Hell, weit und menschenfreundlich. […] Dann kamen die anderen, die sagten: „Aber die Kanalisationsanlagen unter den Trümmern sind doch noch heil!“ Na, und so wurden die deutschen Städte wieder aufgebaut, wie die Kanalisation es verlangte. […] Was glauben Sie, kann aus diesem Land werden? Meinen Sie, es ist noch zu retten? […] Nehmen Sie die ersten Bonner Jahre! Keine Wehrmacht! Keine Politik der Stärke! Nun betrachten Sie mal die jetzige Politik und die Notstandsgesetze dazu! Legen Sie meinethalben ein Lineal an. Wohin zeigt es? Nach rechts! Was kann da in der Verlängerung herauskommen?

„Fritz Bauer (1903-1968): Ein deutscher Staatsanwalt, der bei seinen Ermittlungen über NS-Verbrechen in die Netzwerke von Alt-Nazis gerät. Das Psychogramm eines Aufrechten in den 1960er Jahren und einer Nation, die von ihrer Vergangenheit nichts wissen wollte.“ weitere Informationen zu dem Film auf www.fritz-bauer-film.de.

Davor laden wir ein zum antifaschistischen Stadtrundgang, 18.30 Uhr, Treffpunkt Eingang Stadtbibliothek.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. VeranstalterInnen sind die SPD und die Grünen Karlsruhe-Land/Bruchsal, der DGB Bruchsal-Bretten, die Friedensinitiative Bruchsal mit der VVN/BdA.

Der Eintritt ist frei.

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